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Do, 17/11/2016 - 14:27

Reparatur Cafe für Smartphones bei Greenpeace Chemnitz

„Du hast es in der Hand!“ -  Neue Repair-Cafés für Smartphones

Greenpeace zeigt, wie Mobiltelefone repariert werden können 

Chemnitz, 10.11.2016 – Ein Repair-Café für Smartphones bietet Greenpeace Chemnitz, ab Freitag, 11. November, in Chemnitz an. Zwischen 16:00 und 20:00 Uhr können Besucher unter fachlicher Anleitung ihr Smartphone reparieren. Diese Möglichkeit besteht ab sofort jeden 2. Montag des Monats.  „Ein kaputtes Display oder ein defekter Akku sind kein Grund, das Gerät aufzugeben“, sagt Bernd Voigtländer  von Greenpeace Chemnitz: „Jede Reparatur verlängert die Lebensdauer eines Smartphones, schützt die Umwelt und spart wertvolle Rohstoffe.“ Nach einer gestern von Greenpeace veröffentlichten Studie verbrauchen Smartphone- und Tablet-Hersteller jedes Jahr 300.000 Tonnen Rohstoffe. Der Abbau von Edelmetallen zerstört in vielen Regionen die Umwelt und schürt soziale Konflikte. Ein umweltfreundliches Recycling der Geräte – das zeigt der aktuelle Skandal um das Notes 7 von Samsung – sehen die  meisten Hersteller nicht vor. In Deutschland gibt es schon Reparier-Initiativen für Elektroartikel, Fahrräder und Textilien. Die Repair-Cafés für Smartphones eröffnen Greenpeace-Gruppen ab heute in 16 Städten.

Nach einer repräsentativen Greenpeace-Umfrage vom August 2016 wünschen sich drei von fünf Befragten in Deutschland Mobiltelefone, die länger als bisher halten. Beim Neukauf ist Verbraucher eine lange Lebenszeit des Akkus sowie die Reparierbarkeit von Schäden wichtiger als das Design. „Smartphone-Hersteller sollten dieses Votum ernst nehmen und Geräte bauen, die leicht zu öffnen und deren Komponenten austauschbar sind. Sie müssen Reparaturanleitung und Ersatzteile anbieten“, sagt Bernd Voigtländer. Die häufigsten Defekte von Smartphones betreffen Teile, die ersetzbar sind: Zum Beispiel Akku, Bildschirm, Homebutton und den An- und Ausschalter. Das Freiburger Öko-Institut hat für Greenpeace ausgerechnet: Kleine Reparaturen an Geräten, die in Deutschland weggeworfen werden, sparen wertvolle Rohstoffe. Pro Jahr rund 1000 Tonnen, darunter 20 Tonnen Kobalt sowie mehrere Tonnen Zinn, Wolfram und Silber.

Reparaturen sparen wertvolle Rohstoffe

Marktanalytiker gehen davon aus, dass bis Ende 2016 in Deutschland 28 Millionen Handys gekauft werden. Die durchschnittliche Nutzungsdauer von Smartphones ist hierzulande mit durchschnittlich zwei bis drei Jahren sehr kurz. Gleichzeitig schlummern 100 Millionen ausgemusterte Handys in den Schubladen der deutschen Verbraucher. Nur wenige werden bisher nach ihrer kurzen Nutzungsdauer recycelt oder repariert. Gleichzeitig produziert Deutschland europaweit am meisten Elektroschrott: Pro Kopf und Jahr 21,7 Kilogramm (EU-Durchschnitt: 18,7 Kilogramm) und liegt damit nur knapp hinter den USA (22,1 Kilogramm). Elektroschrott enthält PVC, bromierte Flammschutzmittel und andere Substanzen, deren Freisetzung etwa auf illegalen Deponien in Afrika oder China die Gesundheit der Arbeiter und Anwohner gefährdet, sowie Böden und Grundwasser verseucht. (greenpeace.de/themen/endlager-umwelt/hightech-zu-technoschrott)

                   Die Hallenser sind auch dabei